Die CDU-Fraktionen in Buseck, Lollar und Staufenberg sind irritiert über den Vorstoß der Bürgermeister
Haas, Gefeller und Wieczorek, die Bewirtschaftung der kommunalen Wälder künftig
in Eigenverantwortung betreiben zu wollen. Dazu soll die gesetzlich vorgesehene Zusammenarbeit
mit dem Land Hessen beendet und eine Stelle in der Gemeindeverwaltung Buseck
geschaffen werden. Die betroffenen CDU-Verbände haben den Sachverhalt
gemeinsam beraten und kritisieren sowohl die Vorgehensweise, als auch die teils unrichtigen
Argumente und Schlussfolgerungen der Bürgermeister.

Man beanstande deutlich, dass eine solche weitreichende Initiative ohne Abstimmung in den
städtischen Gremien gestartet wurde. „Dass man als Stadtverordneter davon aus der Tageszeitung
erfährt, ist gelinde gesagt keine vertrauensbildende Maßnahme für die Zusammenarbeit
mit dem Parlament. Offensichtlich sollen bereits Fakten geschaffen werden.“, beschreibt
Dr. Jens-Christian Kraft von der CDU Lollar den vorherrschenden Eindruck.

Die CDU Staufenberg kritisiert irreführende Aussagen in den vorliegenden Stellungnahmen.
Fraktionsvorsitzender Wilfried Schmied: "Die Bürgermeister suggerieren mit ihren Gedankenspielen,
dass Hessen Forst die gesamte Fläche auch künftig nur von einem Förster betreuen
lassen werde. Dies ist falsch, die Landesbehörde ist gerade dabei, die vakante Stelle für die
Revierleitung Salzböden nachzubesetzen." Für den Staufenberger CDU-Vorsitzenden Christian
Knoll gilt: "Verantwortungsvolle Waldwirtschaft heißt in Jahrzehnten zu denken - und nicht
nur bis zum nächsten Jahresabschluss". Wald sei mehr als nur eine Kostenstelle, sondern
Natur, Lebensraum für Flora und Fauna und nicht zuletzt Naherholungsgebiet für die Bevölkerung.
"Wir stehen aufgrund der anhaltenden Trockenheit der letzten Jahre vor gewaltigen
Herausforderungen. Fundierte waldbauliche Konzepte
sind notwendig.", so Knoll. Ob dies durch eine Selbstbeförsterung der drei Kommunen
überhaupt geleistet werden kann, oder ob man am Ende die fachliche Expertise wieder
teuer einkaufen muss, gelte es verantwortungsvoll zu prüfen.

Moritz Mattern, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Buseck, stellt klar: „Der genannte
Betrag von über 130.000 Euro jährlich an Hessen Forst bezieht sich auf alle drei Kommunen
und deckt neben der Beförsterung durch den Revierförster auch die Unterstützung durch die
staatlichen Forstwirtschaftsmeister sowie sämtliche Dienste des Forstamts ab. Es ist zu klären,
wie der Wegfall dieser Leistungen kompensiert werden soll.“ Zur Wahrheit gehöre auch,
dass Hessen Forst die Beförsterungskosten für mindestens fünf Jahre eingefroren hat.
Fraktionschef Frank Müller sieht weitere offene Fragen: „Es ist nicht ersichtlich, welcher Leistungskatalog
überhaupt abgebildet werden soll, wer das Beschäftigungsrisiko trägt und welche
Folgekosten für die Kommunen entstehen.“ Von den Bürgermeistern fordert er, diese Rahmenbedingungen vollständig darzustellen. Zudem verweist er darauf, dass eine Ausschreibung
nötig sei. Auch insgesamt dürfe der Entschluss nicht von einer bestimmten Personalie
abhängen.

Die Aufgaben einer Waldwirtschaft würden auch in Folge des Klimawandels dramatisch steigen.
Insofern müsse man diese Entscheidung umso sorgfältiger beraten, so die Christdemokraten.

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